In einer der möglichen Interpretation kann man den Darkstorm als ein Zeichen des jüngsten Gerichts sehen, das vom nahen Ende aller Tage kündet. Hinter dem Begriff Darkstorm verbirgt sich inzwischen aber auch für viele das Weihnachtsfest einer Subkultur, die ihr Lebensgefühl durch Kunst nach außen transportiert. In diesem Fall war das DARKSTORMFESTIVAL also noch nicht ein Vorbote der Apokalypse, sondern lediglich eine der letzten Veranstaltungen im Chemnitzer Kraftwerk. Das Kraftwerk schließt ab dem 01.01.2003 seine Pforten und die Welt wird dadurch nicht untergehen. Von Seiten des Veranstalters INMOOVE wurde in der Eröffnungsrede schon laut mit einer Sondergenehmigung für den 25.12.2003 spekuliert und es besteht durchaus Hoffnung, dass uns das Kraftwerk als sakraler Ort der Schwarzen Zunft erhalten bleibt.
Als Messdiener der >>Apokalypse<< fungierten in diesem Jahr ZERAPHINE, UNHEILIG, LETZTE INSTANZ, OOMPH!, UMBRA et IMAGO und VNV NATION.
Allerdings war der Ablauf von Seiten des Veranstalters strengstens reglementiert und die einzelnen Zeremonien auf jeweils fünfzig Minuten komprimiert. Entsprechend gepresst erschien dadurch die allgemeine Stimmung und auch das Publikum befand sich, wie durch den gut gelaufenen Vorverkauf auch zu erwarten war, in der obersten Verdichtungsstufe.
Den Reigen eröffneten an diesem Abend Zeraphine, die inzwischen jedem als das neue Projekt von Sven Friedrich bekannt sein dürften. Die Affinität zu den DREADFUL SHADOWS ist nicht zu übersehen oder besser zu überhören. Die facettenreiche, ewige Suche von Sven Friedrich im großen, dunklen, endlosen Strom der Zeit wurde von kraftvollen Rockarrangements und sphärischen elektronischen Elementen unterstrichen.
Die Umkehr von heilig ist UNHEILIG. Dämonisch zelebrierten der Graf und sein Begleiter düstere Visionen von Tod, Verdammnis und Sex. Wer gefallen an dieser Mischung aus Gothic und dunklen EBM-Krachern gefunden hat, sollte auf jeden Fall JA zu PHOSPHOR, dem aktuellen Silberling der 1999 ins Leben gerufenen, Formation sagen.
An dritter Stelle und nicht als LETZTE INSTANZ beschwor die farbenfrohste Combo, mit dem am schwersten zu überschauenden Line up des Abends, einen bunten Wirbel im Publikum herauf. Mit einer On Stage-Geschwindigkeit von mindestens fünf Metern pro Sekunde, konnten aber BENNI CELLINI, Geiger MUTTI?S, Schlagzeuger SPECKI, Bassist FX, DAS O. an der Gitarre und Frontmann Robin innerhalb des knappen Zeitlimits nicht alles offenbaren, was sie während ihrer Bühnenabstinenz seit der Trennung von RASTA und MARKUS ausgeheckt haben.
Zur wahren SUPERNOVA entwickelten sich OOMPH!. Mit der Wucht des Phänomens aus dem All drangen DERO, FLUX und CRAP mit ihrer Botschaft nicht nur in das Bewusstsein aller OOMPH!-Liebhaber. Das Signal zur Mutation, sich zu entwickeln, sich in hochfliegende, leuchtende Wesen zu verwandeln, brachte den Hexenkessel wieder zum brodeln. Die zeitlichen Konventionen, die mit dem Veranstalter getroffen waren, verhinderten allerdings die Vollendung der Metamorphose.
Unter dem Zeitdruck litten aber vor allen Dingen Bands, welche die Themen denen sie ihr künstlerisches Potential widmen, auch visuell erlebbar machen. UMBRA et IMAGO, von der Menge gefeiert, beschränkten sich unter diesen Umständen auf bewährte Klassiker. Mit einer reichlichen Portion DUNKLER ENERGIE, mit SEX statt KRIEG und einem Ausflug in das Publikum trieben MOZART, der Hauptmann vom Bataillon d?Amour und sein bizarres Gefolge den Stimmungspegel auf kosmische Dimensionen und den Anhängern der Gothic-Legende den Schweiß aus den Poren, obwohl die Pyroshow dem Rotstift des Veranstalters zum Opfer fiel. Das prosperierende Nachtschattengewächs aus dem Schwarzwald wird übrigens demnächst wieder unter dem Namen DRACUL auf Tournee gehen.
VNV-NATION, die irisch-englische Ikone aus der Electroszene unterlag zwar keinen temporalen Zwängen, wurde aber derart mit technischen Komplikationen konfrontiert, dass sie ihrem Status als Headliner des Festivals nicht gerecht werden konnten. Kaum dass das Duo, frenetisch gefeiert und durch eine vergleichsweise bombastische Licht und Videoshow unterstützt, seine unbestrittenen Talente entfaltete, kam es auch schon zum ersten Totalausfall der Technik. Ronan Harris überbrückte die Zwangspausen ohne elektrische Verstärkung mit für VNV-NATION völlig ungewöhnlichen Liedgut. Das Wort exklusiv, welches auch in der Vorankündigung Verwendung fand, erlangte hier eine völlig neue Dimension. Doch es gibt schlimmeres.
Parallel zum Treiben im großen Saal und um einiges entspannter und von der Hektik verschont, hielten im >>ZOOM<< XPQ 21, DIVE und SONAR die hartgesottene Elektrofraktion bei der Stange.
Zusammenhängend gesehen entpuppte sich das Konzept der Veranstaltung in Bezug auf den Programmablauf im weiteren Sinne als >>coitus interruptus<<. Kaum dass die Stimmung den Höhepunkt erreichte, was jeder der einzelnen Bands auch problemlos gelang, verschwanden diese aber auch schon wieder von der Bildfläche. Was im Bereich der Sexualmagie durchaus luststeigernd wirken kann, löste in diesem expliziten Fall nur einen Run auf die Zapfstellen für Bier und andere Getränke aus. Davon ausgehend, dass über zweitausend Besucher ihren Idolen huldigten und eine Eintrittskarte 26 EUR kostete, hätte sich die Inbetriebnahme der Lüftungsanlage des Kraftwerks sicher amortisiert. Daß keine größeren Pannen den Ablauf des Events störten, ist keineswegs dem Allmächtigen zu verdanken sondern einfach nur auf eine Tatsache zurückzuführen. In dieser Szene können eben die Protagonisten und ihre Fans mit solcherlei Ungemach umgehen.
Text: semper cuni linctus
Fotos: Twilight Photostudio
Als Messdiener der >>Apokalypse<< fungierten in diesem Jahr ZERAPHINE, UNHEILIG, LETZTE INSTANZ, OOMPH!, UMBRA et IMAGO und VNV NATION.
Allerdings war der Ablauf von Seiten des Veranstalters strengstens reglementiert und die einzelnen Zeremonien auf jeweils fünfzig Minuten komprimiert. Entsprechend gepresst erschien dadurch die allgemeine Stimmung und auch das Publikum befand sich, wie durch den gut gelaufenen Vorverkauf auch zu erwarten war, in der obersten Verdichtungsstufe.
Den Reigen eröffneten an diesem Abend Zeraphine, die inzwischen jedem als das neue Projekt von Sven Friedrich bekannt sein dürften. Die Affinität zu den DREADFUL SHADOWS ist nicht zu übersehen oder besser zu überhören. Die facettenreiche, ewige Suche von Sven Friedrich im großen, dunklen, endlosen Strom der Zeit wurde von kraftvollen Rockarrangements und sphärischen elektronischen Elementen unterstrichen.
Die Umkehr von heilig ist UNHEILIG. Dämonisch zelebrierten der Graf und sein Begleiter düstere Visionen von Tod, Verdammnis und Sex. Wer gefallen an dieser Mischung aus Gothic und dunklen EBM-Krachern gefunden hat, sollte auf jeden Fall JA zu PHOSPHOR, dem aktuellen Silberling der 1999 ins Leben gerufenen, Formation sagen.
An dritter Stelle und nicht als LETZTE INSTANZ beschwor die farbenfrohste Combo, mit dem am schwersten zu überschauenden Line up des Abends, einen bunten Wirbel im Publikum herauf. Mit einer On Stage-Geschwindigkeit von mindestens fünf Metern pro Sekunde, konnten aber BENNI CELLINI, Geiger MUTTI?S, Schlagzeuger SPECKI, Bassist FX, DAS O. an der Gitarre und Frontmann Robin innerhalb des knappen Zeitlimits nicht alles offenbaren, was sie während ihrer Bühnenabstinenz seit der Trennung von RASTA und MARKUS ausgeheckt haben.
Zur wahren SUPERNOVA entwickelten sich OOMPH!. Mit der Wucht des Phänomens aus dem All drangen DERO, FLUX und CRAP mit ihrer Botschaft nicht nur in das Bewusstsein aller OOMPH!-Liebhaber. Das Signal zur Mutation, sich zu entwickeln, sich in hochfliegende, leuchtende Wesen zu verwandeln, brachte den Hexenkessel wieder zum brodeln. Die zeitlichen Konventionen, die mit dem Veranstalter getroffen waren, verhinderten allerdings die Vollendung der Metamorphose.
Unter dem Zeitdruck litten aber vor allen Dingen Bands, welche die Themen denen sie ihr künstlerisches Potential widmen, auch visuell erlebbar machen. UMBRA et IMAGO, von der Menge gefeiert, beschränkten sich unter diesen Umständen auf bewährte Klassiker. Mit einer reichlichen Portion DUNKLER ENERGIE, mit SEX statt KRIEG und einem Ausflug in das Publikum trieben MOZART, der Hauptmann vom Bataillon d?Amour und sein bizarres Gefolge den Stimmungspegel auf kosmische Dimensionen und den Anhängern der Gothic-Legende den Schweiß aus den Poren, obwohl die Pyroshow dem Rotstift des Veranstalters zum Opfer fiel. Das prosperierende Nachtschattengewächs aus dem Schwarzwald wird übrigens demnächst wieder unter dem Namen DRACUL auf Tournee gehen.
VNV-NATION, die irisch-englische Ikone aus der Electroszene unterlag zwar keinen temporalen Zwängen, wurde aber derart mit technischen Komplikationen konfrontiert, dass sie ihrem Status als Headliner des Festivals nicht gerecht werden konnten. Kaum dass das Duo, frenetisch gefeiert und durch eine vergleichsweise bombastische Licht und Videoshow unterstützt, seine unbestrittenen Talente entfaltete, kam es auch schon zum ersten Totalausfall der Technik. Ronan Harris überbrückte die Zwangspausen ohne elektrische Verstärkung mit für VNV-NATION völlig ungewöhnlichen Liedgut. Das Wort exklusiv, welches auch in der Vorankündigung Verwendung fand, erlangte hier eine völlig neue Dimension. Doch es gibt schlimmeres.
Parallel zum Treiben im großen Saal und um einiges entspannter und von der Hektik verschont, hielten im >>ZOOM<< XPQ 21, DIVE und SONAR die hartgesottene Elektrofraktion bei der Stange.
Zusammenhängend gesehen entpuppte sich das Konzept der Veranstaltung in Bezug auf den Programmablauf im weiteren Sinne als >>coitus interruptus<<. Kaum dass die Stimmung den Höhepunkt erreichte, was jeder der einzelnen Bands auch problemlos gelang, verschwanden diese aber auch schon wieder von der Bildfläche. Was im Bereich der Sexualmagie durchaus luststeigernd wirken kann, löste in diesem expliziten Fall nur einen Run auf die Zapfstellen für Bier und andere Getränke aus. Davon ausgehend, dass über zweitausend Besucher ihren Idolen huldigten und eine Eintrittskarte 26 EUR kostete, hätte sich die Inbetriebnahme der Lüftungsanlage des Kraftwerks sicher amortisiert. Daß keine größeren Pannen den Ablauf des Events störten, ist keineswegs dem Allmächtigen zu verdanken sondern einfach nur auf eine Tatsache zurückzuführen. In dieser Szene können eben die Protagonisten und ihre Fans mit solcherlei Ungemach umgehen.
Text: semper cuni linctus
Fotos: Twilight Photostudio


