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The Darkstormfestival - Zwickau 26.12.2001

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The Darkstormfestival
(Zwickau/Alarm 26.12.2001)

Da unsere Regierung wahrscheinlich nur noch an Koks denkt, wenn sie Schnee hört und lieber in den Krieg zieht, statt dem Winterdienst die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, gestaltete sich für viele der Anwesenden die Reise zu dieser Festlichkeit wie der Kampf um den Südpol.
Den widrigen Witterungsbedingungen und Warnungen der Medien zum Trotz, folgten allerdings doch jede Menge Leute dem Beispiel von Amundsen und Scott, nahmen in diesem Fall Kurs auf Zwickau und gelangten letztendlich auch ans Ziel.
Der Alarmclub in Zwickau war an diesem Abend restlos ausverkauft. Mussten Amundsen und Scott sich am Ziel ihrer abenteuerlichen Reise im Iglu mit ihren Huskys zusammenkuscheln, sich mit heißen Tee und den bizarren Melodien der Schneestürme begnügen, hatten es die Besucher des Snowstormfestivals schon um einiges besser.

Es gab jede Menge schicke Frauen, der Kaffee war schon fertig und gegen 19.00 Uhr, eine halbe Stunde später zwar als vorgesehen, heizten EVER EVE auf der großen Bühne mit Cyber-Goth-Metal kräftig ein. Was sich auch immer hinter diesem Begriff verbirgt, muss was mit jeder Menge Gitarren und langen Haaren zu tun haben und hört sich im Gegensatz zum monotonen Sturmgeheul wahnsinnig gut an.

Nach MZ51 machte sich dann Daniel Meier ans Werk. HAUJOBB brachte das schwarze Volk mit fetten Electro-EBM-Rythmen zum Schwitzen. Der Sound war allerdings nicht ganz lupenrein ausgesteuert und der Gesang kam dabei etwas zu kurz. Wer nun neugierig geworden und sich dennoch vom Talent des Künstlers Daniel Meier überzeugen lassen will, dem sei der Kauf der aktuellen HAUJOBB-CD POLARITY ans Herz gelegt.

Als wahrer Eisbrecher mit Tiefgang erwies sich dann auch DIVE. Die brachialen Electroattacken beseitigten die letzten Eisbarrieren vor den Trommelfellen. Allerdings war es äußerst schwierig, den Mann auf der Bühne auszumachen und zu fokussieren. Das Dauerstroboskoblicht bringt nicht nur jede Kameraautomatik aus dem Tritt sondern auch den manuellen Fotofreak ein bisschen durcheinander. Wäre mir nicht doch noch durch puren Zufall eine Aufnahme gelungen, wüsste ich bis heute nicht, wie der Kerl, der wie ein Kastenteufel über die Bühne springt, wirklich aussieht. Der optische Aspekt kam hier vielleicht etwas zu kurz.

Nach dieser Belastungsprobe der Sehnerven, kamen dann die Pupillen bei BLUTENGEL so richtig in Hochform. Dafür, dass es sich bei diesem Gig um ein einmaliges Clubkonzert handelte, wurde in die Performance mit hohem Aufwand inszeniert. Eine Performance bei der die Kinder der Nacht ihre Gedanken über blutige Beziehungen auch visuell erlebbar machten und auf dem Weg zur Hölle flogen dann noch mal so richtig die Funken.

Das Publikum im großen Saal des Alarmclub war nun mittlerweile genau so verdichtet, wie die Schneewehen draußen in der Landschaft. Ja ihr ahnt es schon, der Auftritt von UMBRA et IMAGO stand unmittelbar bevor. Nadja und Lisa, die Livemodels von UMBRA et IMAGO erschienen auf der Bühne und sorgten mit riesigen Altarkerzen für eine stimmungsvolle Beleuchtung, ganz im weihnachtlichen Sinne, und schließlich wurde Mozart unter dem Beifall der Massen in einem eisernen Käfig auf die Bühne gehievt, um gleich nach dem er diesem entstieg, das Bad in der Menge zu suchen. In den ersten Reihen wurden sicher nicht nur die Augen feucht. Doch auch andere (nackte) Tatsachen waren für die Entfesselung der Libido mit verantwortlich.
Wir sind ja bei UMBRA et IMAGO. Nadja und Lisa, für die sicher viele von euch ihren Weihnachtsteller stehen lassen haben, gaben sich bizarren Gelüsten hin.
Stand doch der Abend ganz im Sinne der Sünde ohne Zügel, denn meine Damen und Herren, keine geringeren als IN EXTREMO waren die Headliner des Abends.
Mit Drehleier, Dudelsäcken und Electro-Gitarren wurde die letzte Runde des Abends eingeläutet und um die schwarze Schar in Bann zu schlagen, bedurfte es nicht erst der Merseburger Zaubersprüche. Da sich die Reihen des Dunkelvolks schon etwas gelichtet hatten, entbrannte an vereinzelten Stellen sogar ein wilder Pogo. Seltsam nur, dass von der Pyroshow IN EXTREMO's, die, die ganzen letzten zwei Stunden unter der Security für Aufregung sorgte, gar nicht zu sehen war. Und was sich in den Umbaupausen teilweise so beängstigend anhörte, waren nicht etwa Munitionskisten die über einen Betonboden geschleift wurden um sich gegen den Angriff der Maschinenmenschen zu rüsten.

Nein, parallel zu den Aktivitäten auf der großen Bühne fand in den hinteren Regionen des Alarmclub, auf einer kleinen provisorischen Bühne, mit CYBORG ATTACK, SCHOCK, MONOLITH, und GRENDEL für die EBMer eine kleine ELECTROMANIA statt.


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